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Senf, schwarzer


© Mohammad Saiful Islam/Shutterstock.com

Senfpflanzen wuchsen ursprünglich nur im Mittelmeerraum und in Vorderasien. Über Griechenland brachten die Römer sie nach Mitteleuropa. Schon damals kamen Senfpflanzen sehr vielseitig zum Einsatz: als Gewürz für Speisen oder Wein, als Gemüse oder als Heilmittel gegen verschiedene Krankheiten. Vor allem als Würzpaste (Tafelsenf) hat sich Senf über die Jahrhunderte in der heimischen Küche etabliert. Dafür werden die Körner der schwarzen sowie der weißen Senfpflanze zermahlen und mit Wasser, Essig und Salz kombiniert.

Schwarzer Senf, auch Senf-Kohl oder Senf-Kraut genannt, ist seit mehreren Jahrhunderten in Deutschland heimisch, die Pflanze wächst vor allem entlang großer Flüsse wie Donau, Rhein oder Elbe.

Wissenschaftlicher Name: Brassica nigra, Sinapis nigra.

Charakteristik

Der im Juni und Juli blühende Schwarze Senf gehört zur Familie der Kreuzblütler. im Gegensatz zum Weißen Senf zählt er botanisch nicht zu den Senfen (Sinapis), sondern zu den Kohlen (Brassica). Die einjährigen, krautigen Pflanzen haben einen ca. 1 m hohen, verzweigten Stängel mit verschiedengestaltigen, gelb blühenden Blättern. Die Schoten sind glatt, kurz geschnäbelt und liegen häufig dem Stängel an. Die dunklen Samen geben dem Schwarzen Senf seinen Namen.

Medizinisch verwendet wird das Senföl, welches aus den Körnern gewonnen wird. Senföl besteht zu 95 % aus Allylsenföl. Dies ist der wichtigste Wirkstoff. Es wirkt stark reizend und damit durchblutungsfördernd. Ebenfalls ist eine antibakterielle und antivirale sowie eine entzündungshemmende Wirkung belegt.

Anwendungsbereiche

Innere Anwendung: bei Verdauungsstörungen
Äußere Anwendung: als Senfwickel oder Senfpflaster zur Durchblutungsförderung, z. B. bei Atemwegskatarrhen, Weichteilrheumatismus oder chronisch-degenerativen Erkrankungen; als Fußbad bei Erkältung, Kreislaufschwäche oder kalten Füßen
Homöopathie: Senföl-Derivat Thiosinaminum u. a. bei Verwachsungen im Bauchraum und bei Narbenbildung
Sonstige Verwendung: als Gewürz

Dosierung

Senfwickel: ca. 100 g Senfmehl mit lauwarmem Wasser anrühren, in Leinwand packen und für etwa 10 min auf die Brust legen (bei Kindern maximal 3–5 min)
Fußbäder:
2 Esslöffel Senfmehl auf 5–6 Liter Wasser bei 37°C; das Baden sollte 10 min dauern
Allylsenföl:
1–3 % Lösung, Salben und andere Einreibemittel als Arzneimittel vorhanden
Homöopathisch:
5 Tropfen oder 1 Tablette oder 10 Globuli oder 1 Messerspitze Verreibung alle 30–60 min (akut) oder 1- bis 3-mal täglich (chronisch)

Risiken und Nebenwirkungen

Bei zu langer und zu hoch dosierter Anwendung kann es zu heftigen Entzündungen bis hin zu Blasenbildung und Nekrosen kommen. Vereinzelt können zudem Kontaktallergien auftreten. Augen und Gesicht sollten daher immer geschützt sein. Aufgrund der schleimhautreizenden Wirkung der Senföle können bei innerer Anwendung Magen-Darm-Beschwerden auftreten, selten auch Nierenreizungen.

Nicht angewendet werden sollte die Droge bei Varikosis und Venenleiden der Beine, bei Magen- und Darmgeschwüren oder bei entzündlichen Nierenerkrankungen. Bei Kindern unter 6 Jahren ist die Anwendung untersagt.

Quellen:
Thomas Brendler, Joerg Gruenwald, Christof Jaenicke: Heilpflanzen CD-ROM (Herbal Remedies), 2003 MedPharm
Ulrike Weber-Fina: Phyto-Steckbrief Senf. In: PTA heute, Nr. 21, November 2016, S. 70-71.


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