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Hirtentäschel


© Csehak Szabolcs/Shutterstock.com

Das Hirtentäschel gehört zu den unterschätzten Pflanzen im Heilkräutergarten. Fast das ganze Jahr über zeigt es seine weißen Blüten auf Wiesen und Äckern, an Wegrändern und in Gärten. Wahrscheinlich gilt es gerade deshalb oft als bloßes „Unkraut“. Dabei beschrieb der englische Arzt und Botaniker Nicholas Culpeter schon im 17. Jahrhundert die blutstillende Wirkung des Hirtentäschels. Die Indianer Nordamerikas stellten aus dem Pulver der Pflanze einen Heiltrank gegen Kopfschmerzen her, und auch Sebastian Kneipp wusste das unscheinbare und anspruchslose Kraut sehr zu schätzen.

Seinen Namen, der übrigens fast in allen europäischen Sprachen dasselbe bedeutet, verdankt das Hirtentäschel der Form seiner Frucht. Diese erinnert an die aus Fell gefertigten Umhängetaschen mittelalterlicher Hirten.

Wissenschaftlicher Name: Capsella bursa-pastoris.

Charakteristik

Das Hirtentäschel stammt ursprünglich aus Osteuropa, hat sich inzwischen aber sehr weit verbreitet. Außer in den Tropen wächst es heute überall auf der Welt.

Als Arznei geeignet ist das blüten- und fruchttragende Hirtentäschelkraut. Es lässt sich vor allem im Sommer aus Wildvorkommen sammeln und leicht trocknen.

Anwendungsbereiche

Innere Anwendung: bei leichten Blutungsunregelmäßigkeiten der Frau wie Menorrhagie und Metrorrhagie
Äußere Anwendung: bei Nasenbluten und oberflächlichen, blutenden Hautverletzungen
Volksmedizin: eher selten angewendet als blutstillendes Mittel. Nordamerikanische Indianer verwenden Hirtentäschel bei Kopfschmerzen. In Spanien wird ein Sud aus der Frischpflanze gegen Blasenentzündungen eingenommen.
Homöopathie: bei Gebärmutter- und Schleimhautblutungen sowie Steinleiden

Dosierung

Innere Anwendung: Tagesdosis 10–15 g Droge
Fluidextrakt: Tagesdosis 5–8 g Droge
Tee: 3 Teelöffel auf 150 ml, 15 min ziehen lassen und mehrmals zwischen den Mahlzeiten trinken
Äußere Anwendung:
 Aufguss mit 3-5 g Droge auf 150 ml
Homöopathie: 5 Tropfen oder 1 Tablette oder 10 Globuli oder 1 Messerspitze Verreibung alle 30–60 min (akut) oder 1–3-mal täglich (chronisch); parenteral: 1–2 ml 3-mal täglich

Wirkung und Nebenwirkungen

Die im Hirtentäschelkraut enthaltenen Alkaloide senken Blutdruck und Herzfrequenz. Nachgewiesen ist außerdem, dass die Pflanze bei Entzündungen den Austritt flüssiger Absonderungen (Exsudationen) verringert, harntreibend wirkt und die Kontraktilität der Gebärmutter erhöht. Darüber hinaus gibt es Hinweise auf eine aktive Wirksamkeit gegen bestimmte Bakterien und Pilze.

Anwendung in Lebensmitteln

In China wird das Hirtentäschel schon seit Langem als Gemüsepflanze kultiviert.


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